Freiwasserschwimmen, Juni 2019

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In der letzten Maiwoche hatte ich Urlaub und verbrachte diesen in Sachsen. Zum Abschluß suchte ich mir den Wettkampf in Markkleeberg bei Leipzig aus, um am Cosbudener Seeschwimmen teilzunehmen.

Dort wurde als längste Strecke 2.000 m angeboten. Da dies mir eigentlich etwas zu kurz ist, habe ich auch noch an den 1.000m teilgenommen. Beide Strecken fielen wohl ein wenig zu lang aus, so dass die insgesamt recht bescheidenen Zeiten sprechen. Ich benötigte zunächst für die 1.000m die Zeit von 23:52 min. und danach für die 2.000m 50:56 min.

Der Start erfolgte von einem Steg des Yachthafens aus jeweils zu einer Wendeboje und dann dann er Startstelle vorbei in den Yachthafen, wo man am Ziel über eine ins Wasser gestellte Parkbank ins Trockene stieg, wo dann die Zeitnahme erfolgte.

Bei beiden Schwimmen konnte ich nur wenige Schwimmer hinter mir lassen. Im der Gesamtwertung belegte ich über 1.000m Platz 67 von 85 Teilnehmern und über 2.000m Platz 39 von 42 Teilnehmern.

Danach trat ich die Heimreise an, um am nächsten Tag beim Swim & Run Cologne über die 12km-Strecke im Langstreckenschwimmen zu starten.

In den vergangenen Jahren hatte ich aufgrund fehlendem Trainingsumfangs jeweils die Stracke nicht beenden können.

Nch den vielen Kilometern bei den 24-Stunden-Schwimmen war ich der Hoffnung nun diese Strecke vollenden zu können.

Wie immer mußte man die Regattastrecke des Fühlinger Sees einen Kilometer hoch schwimmen, dort um eine Wendeboje und wieder zurück. Damit war eine Runde 2 km lang, die eben für die 12 km 6 mal zu absolvieren war.

Überraschenderweise gab es an der Wende keine Verpflegungsstelle sondern nur im Zielbereich.

Noch mehr überraschte mich bei der Wende, dass man weit über die 750m-Markierung der Ruderstrecke hinaus schwimmen sollte, da sich dort esrt die Wendeboje  befand. Ich war aber nicht mehr ganz sicher, ob wir vor der 1.750m-Marke gestartet waren oder dahinter. Bei der Rückkehr zum Startbereich stellte ich fest, daß wir weit hinter der 1.750m-Markierung gestartet waren und damit klar, daß die Strecke wesentlich länger gewesen sein muß. Dies habe ich dann auch lautstark an der Verpflegungsstelle kundgetan und dabei die Vermutung geäußert, daß die Wendeboje sich losgerissen hat und weggetrieben ist.

Bei der folgenden und auch allen weiteren Runden durften wir an der 1.000m-Marke wenden, was uns durch Zurufen klargemacht wurde.

Dadurch war aber nicht klar, ob wir letztendlich 12 km oder was auch immer geschwommen sind. Erstaunlich ist dann bei Ergebnis gewesen:

Nein, nicht daß ich bei einem Wettbewerb mal wieder Letzter geworden war ( Platz 25 von 25 ), sondern meine Zeit von 4:45,06 Std.

Diese Streckenlänge wird nicht so oft angeboten. So habe ich diese Strecke nur einmal außerhalb von Köln in New York (Little Red Lighthouse Swim) absolviert, wo aber mit Strömung geschwommen wurde.

In Köln habe ich 2011 die Strecke in 4:45,06, also genau der gleichen Zeit wie diesmal und 2012 in 4:45,41, also gerade einmal 35 Sekunden langsamer als diesmal, geschwommen.

Am darauffolgendem Wochenende begab ich mich nach Heddesheim, um an den Bad.-Württ.-Freiwassermeisterschaften teilzunehmen.

Am Samstag, 08.06.2019 stand die 5.000m-Strecke an. Dazu mußte ein Viereckskurs vier Mal umschwommen werden. Bereits nach kurzem Schwimmen konnte ich erkennen, daß ich mal wieder keinen anderen Schwimmer hinter mir hatte - aber das ist ja nicht außergewöhnlich. Als ich gerade die erste Runde absolviert hatte, wurde ich allerdings schon vom ersten Schwimmer überrundet und beim Erreichen der Wendeboje am Ende der 2. Runde schwamm der erste Teilnehmer ins Ziel !

Am Ende erreichte ich das Ziel, wo mich ein Kampfrichter mit den Worten begrüßte "Das Limit haben Sie leicht überschritten, aber wir nehmen Sie nicht aus der Wertung".

Ich hatte 2:02,30 Std. benötigt und somit 8 Minuten nach dem vorletztem Schwimmer aus dem Wasser gekommen.

Am Tag darauf standen die 2.500m auf dem Plan, wozu logischerweise 2 Runden zu Schwimmen waren. Ich hatte mir die Strecke vom Ufer aus noch einmal genau angesehen und beschlossen, beim Schwimmen von der Startboje zur ersten Wendeboje nicht so sehr am Ufer entlangzuschwimmen, da das wohl ein Umweg ist. Nach einer halben Runde an der 2. Orientierungsboje konnte ich feststellen, daß noch ein Schwimmer hinter mir war. Diesen Platz wollte ich nun verteidigen und so schwamm ich "um mein Leben". Ergebnis: Ich benötigte 53:60 min. und ließ den Schwimmer rund eine Minute hinter mir. 

War die Zeit nur der Panik des Überholtwerdens oder / und der besseren Wegeführung geschuldet ?

Beide Male war nur ein anderer Sportler in meiner Altersklasse anwesend, so daß ich 2 mal Bad.-Württ. Vizemeister im Freiwasserschwimmen geworden bin.

Da der folgende Tag, Montag, 10.06. ein Feiertag war, fuhr ich weiter ins Saarland, um in Losheim am 10-km-Wettkampf teilzunehmen.

Nachdem in Heddesheim die Wassertemperatur schon recht angenehm war, wurde uns in Losheim bei der Besprechung mitgeteilt, daß die Wassertemperatur auf 18 Grad gefallen ist.

Im Vorfeld hatte ich angefragt, daß ich evtl. das Limit von 4 Stunden nicht einhalten könnte, worauf man mir aber mitteilte, daß man bisher noch jeden Schwimmer zu Ende schwimmen gelassen hat, sofern kein Gewitter aufkommen würde oder beim Schwimmer die totale Erschöpfung erkennbar sein würde.

Um trotzdem möglichst unter dem Limit zu bleiben, hatte ich mich entschlossen, mit Neoprenanzug zu schwimmen, was jetzt bei der Wassertemperatur auch eine kluge Entscheidung sein sollte.

Erstaunlicherweise hatte ich das Ziel dann in 3:45,59 Std. erreicht - mal wieder als Letzter des Feldes - das war aber gerade einmal 7 Teilnehmer insgesamt stark.

Kurz vor Beenden meiner 5. von 8 Runden, die man schwimmen mußte, überholte ich einen Schwimmer, der sich als Schwimmer der mit uns gleichzeitig gestarteten 5km-Schwimmer herausstellte, der sich somit auf seiner 4. Runde und somit kurz vor dem Ziel befand.

Somit hatte ich wohl Premiere, in dem ich mal einen Schwimmer überrundet habe, auch wenn es nicht im gleichen Wettkampf war.

Wie Ihr mich kennt, kann ich von Wettbewerben ja die Nase nicht voll kriegen.

Deshalb war ich auch in der 2. Junihälfte an jedem Wochenende unterwegs, um weitere Wettbewerbe meiner Sammlung hinzuzufügen.

Dabei schwamm ich in insgesamt 4 verschiedenen Ländern, aber der Reihe nach:

Zunächst benutzte ich den Flixbus, um über Nacht von Freitag auf Samstag nach Paris zu fahren. Dort stand am Samstag, 15.06.2019 die 5km-Strecke im Rahmen des Open Water Swim Stars-Wettbewerb auf dem Programm.

Dabei wurde man vom Zielgebiet mit Bussen zum Start gebracht, wo man zunächst ein Stück in die „falsche“ Richtung schwamm, um dann den Verbindungskanal der Seine ein ganzes Stück in eine Richtung zu schwimmen.

Beachtlich war übrigens auch der Start: Man hatte einen Transponder bekommen, den man lt. Beschreibung am Handgelenk festmachen sollte.

Beim Start lag aber eine Matte auf dem Boden, so dass man mit der Hand nach unten ging, um registriert zu werden. Nach der Registration sprang man sofort ins Wasser, denn ab der Registrierung lief die Zeit.

Da bei diesem Wettkampf Hunderte von Startern unterwegs waren, war ich nie allein-für mich völlig ungewöhnlich.

Bevor man ins Ziel schwimmen durfte, mußte man zunächst am Ziel vorbei schwimmen und nach einer Wende ging es dann ins Ziel.

Meine Zeit: 1:34,33 Std. – neue Bestzeit (bisher 1:38,35 Std.).

Naja, mein Laufkamerad Kalle hatte mich ja endlich davon überzeugt, mir eine Huawei Band 3 Pro anzuschaffen, damit ich endlich mal selbst meine geschwommenen Stercken GPS-mäßig vermessen zu können.

Diese zeigte aber lediglich 4.460 m an, womit meine „Wunderzeit“ doch erheblich relativiert wurde.

Am Tag danach standen noch 2.000m auf dem Programm, wozu man im Zielgebiet 2 Runden schwamm. Meine Zeit: 38:58 min. – was sagte meine Uhr: 2.050 m !!!

Das ist dann tatsächlich eine neue Bestzeit für mich, aber mit einem Sternchen, denn: ich schwamm genauso wie tags darauf mit Neoprenanzug !!!

Danach ging es mit dem Flixbus wieder nach Hause, denn ich mußte schließlich am Montag wieder arbeiten.

Das nächste Land stand am nächsten Wochenende auf dem Programm:

Am 23.06. ging es nach Geel in Belgien. Dort hatte ich mir das 8km-Schwimmen ausgesucht. Dabei wurde man mit einem Bus zu einem Ruderhaus gebracht. Ich freute mich schon, dass man gleich den schönen Steg nutzen könnte, um ins Wasser zu kommen. Aber weit gefehlt: Man lief dann (barfuß) ca. 300m weiter, um zum Startpunkt zu kommen. Beim Versuch ins Wasser zu kommen, schürfte ich mir dann an 3 Stellen die Haut auf, als ich natürlich prompt ausrutschte.

Auf der Strecke gab es 2 kleine Schleusen, die man umlaufen mußte – glücklicherwei.se waren hier die Aus- und Einstiege ins Wasser besser.

Beim ersten Landgang sah ich, dass die Wunde an meinem Finger immer noch blutete. Glücklicherweise verstand mich eine Zuschauerin und lief gleich zum Auto.

Sie gab mir ein ziemlich dickes Pflaster, wobei ich stark anzweifelte, dass das bis zum Ziel halten würde, was es aber erstaunlicherweise tat.

Der 2. Ausstieg war kurz vor dem späteren Ziel. Da ab dort auch ein 4km-Wettbewerb mit der gleichen Wendeboje wie bei unserem Schwimmen stattfand, wußte ich, dass die Hälfte der Strecke absolviert war.

Bis hierhin hatte ich 2 Konkurrenten, der eine stieg direkt nach mir wieder ins Wasser und den anderen konnte ich auch kurz hinter mir sehen.

Überholt wurde ich von hier an nicht mehr und im Ziel hatte ich über 10 Minuten Vorsprung auf den nächsten – hatte ich so viel Gas auf der 2. Hälfte gegeben ?

Kurz vor dem Ziel konnte ich plötzlich eine Badekappe vor mir sehen – und es war die gleiche Farbe wie meine – ein Konkurrent – den kann ich noch einholen !

Kurz vor dem Ziel konnte ich ihn tatsächlich überholen – eigentlich gar kein Fair Play so kurz vor dem Ziel – später stellte sich raus, dass das noch ein Schwimmer der 4 km war, also gar kein direkter Konkurrent für mich !

Meine Zeit: 2:44,42 Std. wieder mit Neoprenanzug !

Am letzten Wochenende im Juni war eigentlich geplant, am 24-Stunden-Schwimmen in Münster teilzunehmen – dem einzigen mir bekannten 24-Std.-Schwimmen im offenen Wasser. Aufgrund des gesamten Bereichs des Veranstaltungsgeländes mit dem Eichenprozessionsspinners wurde die Veranstaltung aber abgesagt.

So suchte ich mir 2 andere Veranstaltungen aus:

Am Samstag, 29.06. fuhr ich nach Sehnde bei Hildesheim, um am Sehnder Stichkanalschwimmen teilzunehmen.

Ich habe schon einmal beim „alten“ Stichkanalschwimmen teilgenommen – dabei schwamm man mit Kanubegleitung den gesamten Stichkanal vom Hafen Hildesheim bis zur Schleuse Bolzum – eine Strecke von 12 km.

Dies war den Veranstaltern aber dann zu aufwendig, so dass man zwar die 12 km als Wettbewerb weiter anbietet, die dann aber in 10 Runden auf einer 1,2 km-Runde absolviert werden. Neben dieser Strecke bietet man die Mittelstrecke mit 7,2 km und die Kurzstrecke mit 3,6 km an.

Ich hatte mich für die 7,2 km entschieden, die ich aufgrund der hohen Wasser- und Außentemperaturen ohne Neoprenanzug absolvierte.

Die gesamte Zeit konnte ich kaum etwas sehen, da die Sonne unheimlich blendete.

Trotzdem konnte ich mein Ziel, die Strecke unter 3 Stunden zu schwimmen, mit 2:53 Std. erreichen.

                                                                                                                                         Start Oude Ijssel

 

Tags darauf ging es ins vierte Land ( Paris – Frankreich / Geel – Belgien / Sehnde – Deutschland / Ulft – Niederlande ) nach Ulft, wo die Zwemtoocht Oude Ijssel stattfand.

Ich hatte mich für die längste angebotene Strecke, die 5 km entschieden.

Auch hier schwamm ich ohne Neoprenanzug – ich konnte erstaunlicherweise einige Konkurrenten hinter mir lassen – Ergebnis: 1:44,48 Std., meine bisher siebtbeste Zeit bei 48 Teilnahmen über diese Strecke !!

Ach so: Wer kann sich noch erinnern:

Ich hatte zu Anfang des Jahres ja das Projekt 250 ausgerufen.

Ziel war es, in diesem Jahr 250 km in Wettbewerben zu schwimmen.

Zwischenstand:

Veranstaltung

Ort

Datum

Strecke

24-Stunden-Schwimmen

Aachen

12./13.01.2019

10.000

25-Stunden-Schwimmen

Moers

19./20.01.2019

28.000

24-Stunden-Schwimmen

Wuppertal

26./27.01.2019

22.150

24-Stunden-Schwimmen

Gladbeck

16./17.03.2019

37.500

24-Stunden-Schwimmen

Wipperfürth

11./12.05.2019

21.000

24-Stunden-Schwimmen

Lülsdorf-Ranzel

26./26.05.2019

42.300

Cospudener Seeschwimmen

Markkleeberg

01.06.19

1.000

Cospudener Seeschwimmen

Markkleeberg

01.06.19

2.000

Swim & Run Cologne

Köln

02.06.19

12.000

Bad.-Württ. Freiwassermeisterschaft

Heddesheim

08.06.19

5.000

Bad.-Württ. Freiwassermeisterschaft

Heddesheim

09.06.19

2.500

Langstreckenschwimmen

Losheim

10.06.19

10.000

Open Water Swim Stars

Paris / F

15.06.19

5.000

Open Water Swim Stars

Paris / F

16.06.19

2.000

Hetric Swim Challenge

Geel / B

23.06.19

8.000

Sehnder Stichkanalschwimmen

Bolzum

29.06.19

7.200

Oude Ijssel

Ulft / NL

30.06.19

5.000

       
     

220.650

Wie man sieht, habe ich das Ziel fast schon erreicht – ich gehe davon aus, dass die 250 km bis Ende Juli 2019 erreicht sind !!!

Harald Weyh