24-Std.-Schwimmen, Lülsdorf-Ranzel, 25./26.05.2019

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Lülsdorf-Ranzel liegt südlich von Köln und ist ein Ortsteil von Niederkassel.

Im dortigen Helmut-Loos-Bad, das 4 Bahnen mit 25m Länge bietet, fand am 25./26.05.2019 das 24-Stunden-Schwimmen statt.

Eine Bahn war für "schnelle Schwimmer" bezeichnet, auf der ich die ganze Zeit meine Bahnen zog.

Nach etwa 3 Stunden hat mich eine jugendliche Schwimmerin gebeten, doch bitte in eine andere Bahn zu gehen. Auf meine Frage warum, meinte sie, dass ich zu langsam schwimmen würde.

Die Anzahl der Bahnen und somit die Strecke wurde über Transponder gemessen. Beim "Anschlag", wofür ein Abstand von etwa 30cm zur Meßstation reichte, blitzte ein Licht als Zeichen der Registrierung auf. Dies war zunächst gewöhnungbedürftig, da man immer etwas anhalten mußte, jedoch mit zunehmender Dauer hatte man eine gewisse Technik herausgefunden.

Dadurch war es möglich, jederzeit einen aktuellen Zwischenstand zu erfahren. Dazu hatte man einen Bildschirm aufgestellt, auf dem die aktuelle Reihenfolge ersichtlich war.

Bei eigenen erreichten 15 Kilometern konnte ich die Gesamtführung übernehmen und baute meinen Vorsprung auf über 10 km aus.

Zur Untermalung der Veranstaltung lief Musik, was bei normaler Lautstärke kaum von mir wahrgenommen wurde, jedoch gegen 23 Uhr schaltete man eine Nebelmaschine an, Diskolicht funkelte durch die Gegend und was richtig störend war, die Musik wurde richtig laut gestellt. Ich begab mich zum Regiepult und bat darum, doch bitte die Musik etwas leiser zu stellen, da beim Schwimmen durch den Effekt, den Kopf unterzutauchen und damit den Schall erheblich gemindert mitzubekommen und dann beim Atmen den Kopf etwas aus dem Wasser zu nehmen, die Musik sofort richtig laut an mein Ohr dringt, war äußerst unangenehm. Vor allem die Bässe drangen dann komplett durch. Leider wurde die Musik auf meine Bitte, die ich den Leuten zuschreien mußte, wenn überhaupt nur wenig in der Lautstärke heruntergeregelt. Zum Glück war die "Disko" nur eine Stunde angesetzt. 

Einmal wurde ich in die Bahnbegrezungsleine gedrückt - erst beim Zurückschwimmen sah ich, dass man mehrere Unterwasserdüsen angestellt hatte, die dies bewirkten.

Auch hier sprach ich Personen der Organisation an, die mir zusicherten, dass man sich darum kümmern würde. Nach etwa 5 Minuten hatte man diese Düsen dann ausgestellt, so dass ein ordnungsgemäßes Schwimmen wieder möglich war.

Um 24 Uhr, also nach der Hälfte der Zeit (Start war um 12 Uhr mittags) hatte ich 24.150m erreicht, jedoch war klar, dass ich den Takt, sowohl die Schwimmgeschwindigkeit, als auch das Einlegen nur von wenigen und kurzen Pausen, nicht durchhalten kann. So bekam ich zwischen 2 und 3 Uhr morgens eine richtige Krise. Aufgrund meines großen Vorsprungs von etwa 10 Kilometern überlegte ich mir, eine Pause einzulegen. Dazu setzte ich mich auf eine Bank. Da ich aber erstaunlicherweise nicht einschlief, begab ich mich doch wieder ins Wasser und stellte beim nächsten Zwischenstandcheck fest, dass da ein anderer Schwimmer weiter dabei war und mein Vorsprung nicht sicher bereits zum Gesamtsieg reichen würde. Daher beschloß ich, im Schnitt einen Kilometer pro Stunde zu schwimmen, was in Summe dann etwa bei 36 Kilometer landen würde.

Kurz nach 6 Uhr fragte ich einen Helfer, ob es irgendwo etwas zu essen gibt, z.B. belegte Brötchen. Er meinte ja - draußen im Zelt, entweder an 7 oder 8 Uhr. Um 7 Uhr suchte ich dieses Zelt dann und ja, es war bereits geöffnet und ich entdeckte auch gleich belegte Salamibrötchen, die es dann für 80 Cent das Stück gab. Ich kaufte vier Stück, wovon ich 2 gleich gegessen habe. Die beiden anderen nahm ich mit und konnte diese mir bei meiner nächsten Pause genießen.

So erreichte ich etwa 90 Minuten vor Schluß der Veranstaltung mein inzwischen gesetztes Ziel von 40 Kilometer. Beim Check wurde mir mitgeteilt, dass ich "nur" 39.900 Meter hätte, so dass ich noch 2 weitere Doppelbahnen schwamm und beim geplanten Endcheck feststellen mußte, dass ich jetzt 40.150 Meter hatte. Das lag daran, dass das was man auf dem Bildschirm sah, nicht immer ganz aktuell war und zur Aktualisierung am angeschlossenen Computer eine Taste gedrückt werden mußte. Beim vorigen Check hatte ich einen Helfer des Veranstalters gefragt, ob die Anzeige auf dem Bildschirm aktuell wäre, was er positiv beantwortete - war es aber offensichtlich nicht.

Daher beschloß ich trotz lahmer Arme jetzt die verbliebene Zeit doch noch zu nutzen, womit ich auch die Wartezeit bis zur Siegerehrung verkürzen würde.

So schwamm ich bis zum Schluß der Veranstaltung, ohne nochmals Zwischenstände zu checken.

Nach dem Zusammenraffen meiner Sachen, Duschen, Urkunde und Medaille abholen, Transponder abgeben, weitere belegte Brötchen kaufen und zur Stärkung essen, meine Tasche ins Auto bringen, wartete ich dann auf die Siegerehrung, die für 13 Uhr angesetzt war. 

Diese wurde wegen des schönen Wetters draußen vor dem Schwimmbad durchgeführt und endete in einer großen Enttäuschung.

Zunächst wurden die beiden jüngsten Schwimmer geehrte, die mit 5 (Junge) und 6 (Mädchen) Jahren bereits erstaunliche Strecken geschwommen waren.

Danach waren die beiden ältesten Schwimmer an der Reihe. Danach rief man eine 16-jährige auf, die als längste Strecke weiblich 25 km erzielt hatte und mich der laut Sprecke einen Marathon im Wasser absolviert hatte - genau 42.300 Meter.

Als Preise bekamen die jüngsten und ältesten Schwimmer jeweils eine kleine Präsenttasche und als Preis für die beste Schwimmerin und mich als Gesamtsieger jeweils ein T-Shirt des Veranstalters.

Was soll das ? Offensichtlich war die 16-jährige Mitglied des veranstaltenden Vereins und hat sicherlich schon T-Shirts vom Verein und was meint der Veranstalter, was ich mit einem T-Shirt eines Vereins, bei dem groß LüRa auf dem T-Shirt steht und etwa 100 Kilometer von diesem Ort wohnt, mache ?

Bei meinen bisherigen Siegen bei 24-Stunden-Schwimmen habe ich jeweils Pokale bekommen - zumindest einen kleinen Pokal habe ich deshalb hier auch erwartet. 

Auch wenn ich in diesem Bericht bisher nur negative Sachen bzgl. Veranstaltung angeführt habe ( Disko, angeschaltete Seitendüsen, Preis bei der Siegerehrung ), habe ich einen positiven Gesamteindruck der Veranstaltung. Vor allem hatte man hier erstmals bei allen meinen absolvierten 24-Stunden-Schwimmen die Gelegenheit, nicht nur seinen aktuellen Stand zu erfahren ( bei den meisten anderen Veranstaltungen durch Befragen des Bahnenzählers ), sondern auch zu erfahren, wo man im aktuellen Ranking steht und wieviel die anderen bereits geschwommen sind.

Nach dem 9. Sieg bei 12 / 24 bzw. 25-Stunden-Schwimmen, davon dem 3. in diesem Jahr ( Moers, Gladbeck und Lülsdorf-Ranzel )  bin ich selbst gespannt, wo und wann mir der 10. Sieg gelingen wird. Planen kann man sowas nicht, da ich nicht immer in der Lage bin, annähernd solch eine Strecke zu schwimmen ( die 42.300 Meter habe ich nur 2012 in Bedburg mit 43.300 Meter übertroffen ) und vor allem muß ich darauf hoffen, daß nicht wirklich gute Schwimmer bei der Veranstaltung sind, die das Ziel haben, möglichst viele Meter zu machen.

Denn eigentlich hatte die eingangs erwähnte Jugendliche Recht damit, dass ich eigentlich nicht in die "schnelle Bahn" gehöre, jedoch nur hier habe ich die Geelgenheit, relativ ungestört von nervigen Überholmanövern verschont zu bleiben und einfach nur Meter machen kann. Zumeist war ich nämlich tatsächlich der Langsamste in der Bahn, aber eben der Ausdauerndste und damit habe ich meinem Verein, dem Ausdauersportverein Duisburg, dem Namen Ehre gemacht.